Live In Ausgabe April 2015


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wie tolerant kann man noch sein? Es jagen Schreckensmeldungen von vergewaltigenden Asylbewerbern in der Nachbarschaft durch die sozialen Netzwerke und löschen letzte Verständnis für Vertriebene aus. Auch wenn solche Gerüchte völlig haltlos sind und von rechtspopulistischen Unruhestiftern stammen, wird am Stuhl des allgemeinen Respekt-Verständnisses doch immer weiter gesägt.

Das wird auch nicht besser durch die vielen Berichte über Menschenrechtsverletzungen, egal ob von religiösen Fanatikern begangen oder von Staatsorganen „Im Kampf gegen den Terror“ angeordnet.

Doch es gibt zahlreiche Vertreter, die sich unermüdlich für Toleranz und Mitmenschlichkeit einsetzen. Im ganzen Land gehen die Menschen auf die Straße um zu signalisieren, dass sie solidarisch sind mit denjenigen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Beispielsweise zuletzt am Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März in Kaufbeuren und Kempten.

Keine ernstzunehmenden Sorgen müssen wir uns wohl machen, wenn es um die Toleranz gegenüber unterschiedlichen Musikgeschmäckern geht. Hier zeugt die Vielfalt in der Allgäuer Kulturlandschaft weiteren Zuwachs an Musikern und Künstlern aus allen Sparten davon, dass unsere Heimat weiterhin ein farbenfrohes und spannendes Fleckchen Erde bleibt. Auf den folgenden 65 Seiten findet Ihr viele Beispiele die das belegen. Multikulturell und generationübergreifend geht es beim Veteranentreffen in Willofs zu, wo jährlich alle Stilrichtungen zeitgemäßer Popularmusik unter einem Zeltdach vereint werden. Ohne Multikulti würde auch der Kemptener Jazzfrühling nicht funktionieren, der heuer in seinen 31. Jahrgang geht und mit seinem Facettenreichtum schon allein die Unerlässlichkeit von Weltoffenheit beweist.

Weitere Beispiele grenzenüberschreitender Zusammenarbeit finden sich reichlich im Allgäu und überall, wenn man nur genau hinsieht und hinhört. Habt Ihr eine Idee, die es gilt zu unterstützen? Ihr kennt Beispiele von friedlichem kulturellen Austausch, die zu wenig Beachtung bekommen? Wir freuen uns über Eure Vorschläge, schickt sie uns per E-Mail an redaktion@liveinverlag.de und diskutiert mit uns auf Facebook.

Jetzt wünschen wir Euch erst einmal viel Vergnügen mit der Lektüre der Aprilausgabe und hoffen, dass wir die Toleranz unserer Leser nur bei Druckfehlern auf die Probe stellen müssen.

Felix Schleinkofer

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